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AGAIN AUDIENCE

2012

Foto: Johanna Glösl

Carola Dertnig baute eine mobile, mit einem Wagen einfach transportierbare Rednerbühne. Eine Tafel und ein Scherengitter vervollständigen das Set. Durch den Einsatz dieser Elemente hinterfragt Dertnig die unmittelbare Autorität der Rednerbühne, da die Tafel einerseits potenzielle Inhalte dogmatisch erhöht und anderseits der Scherenzaun als symbolisches Element die Differenz zwischen Rednerin und Auditorium überhöht. Dertnig bezieht sich bei diesem Entwurf auf eine nicht realisierte Arbeitertribüne von Alexander Rodtschenko, der ab etwa 1922 im Sinne des Produktivismus Objekte für den gesellschaftlichen Gebrauch statt Kunstwerke konzipierte. Dertnig, deren Grazer Performance am so genannten Hier ist Platz stattfand, trug Begriffe von »Again« bis »Zoom« in alphabetischer Reihenfolge vor. Auf der Doppelseite ihres Inserts für dérive ist der Großteil der Wörter, die den sprachlich-performativen Teil des Projektes darstellen, zu finden und lesen.
Als Abschluss der Performance wird die Bühne abgebaut und abtransportiert, um sie anderorts gleich wieder aufzubauen. Dabei ist nicht nur Sprache performatives Mittel, sondern das Objekt selbst wird durch das Zusammenschieben der Teile (unter potenzieller Mithilfe des Publikums) zum Gegenstand kollektiver Performance.
Die Performance ist auch als Video dokumentiert.